KNOW-HOW
FORM: MUMIE ODER DECKE?
Deckenschlafsäcke haben zwei Vorteile: Sie bieten mehr Bewegungsfreiheit und man kann sie aufgeklappt auch als Decke benutzen. Mumienschlafsäcke haben hingegen weniger „Totraum“, den man beheizen muss. Sie sind daher wärmer.
FÜLLUNG: Daune oder Kunstfaser?
Für beides gibt es klare Pros und Contras.
GUTE DAUNE
- isoliert bei gleichem Gewicht noch immer deutlich besser als jede Kunstfaser,
- kann man kleiner packen und sie
- bietet einen unerreicht hohen Schlafkomfort, weil sie selbst Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Und damit sind wir auch gleich bei ihrem großen Nachteil:
- Sie kann ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und verliert dann ihre Isolationsfähigkeit fast völlig.
- Sie ist als Naturprodukt deutlich teurer als Kunstfaser.
KUNSTFASERFÜLLUNGEN
- sind wesentlich unempfindlicher gegen Nässe,
- bieten auch feucht noch immer ausreichend gute Isolation,
- nehmen während mehrerer aufeinanderfolgender Nächte nicht so viel Feuchtigkeit auf,
- sind preiswerter
aber
- fühlen sich bei wärmeren Temperaturen früher „schwitzig“ an,
- haben ein etwas größeres Packmaß und isolieren nicht ganz so gut wie Daune.
Die Norm spiegelt aber nicht die Praxis wider: Die Werte werden in einer Klimakammer mit einem Kupfer-Dummy ermittelt, der sich nicht bewegt und nicht schwitzt.
Feuchtigkeit durch Schwitzen bzw. über mehrere Tage auf Tour, Wärmeverlust durch Atmung und die Tatsache, dass man sich im Schlafsack bewegt, bleiben unberücksichtigt. Die Norm begünstigt Billigschlafsäcke mit wasserdichtem Außenstoff (der Dummy schwitzt nicht) und Deckenschlafsäcke (der Dummy bewegt sich nicht). Wir geben daher zu jedem Schlafsack unsere eigenen Erfahrungswerte an, die manchmal von den Normtests abweichen. Aber auch diese sind nur Orientierungswerte, denn das Kälteempfinden hängt auch ab von:
- Gesundheitszustand
- Geschlecht
- Tagesverfassung
- Kondition
- Ernährungszustand
- Flüssigkeitsverlust (Dehydration)
- Erschöpfungsgrad
- Höhe
- Dauer des Aufenthaltes im Freien
- Dicke der Isomatte
- Luftfeuchtigkeit
- Wind
- Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur
Unserer Erfahrung nach können Empfindungsunterschiede bis zu 10 °C bei einzelnen Personen entstehen! Ergo: Im Zweifel lieber zu warm als zu kalt.
TEMPERATURBEREICH:
WIE KALT ODER WARM IST ES?
Seit 2005 gibt es die Schlafsacknorm EN 13537. Sie soll für Endverbraucher Klarheit bei den Temperaturangaben von Schlafsäcken schaffen. Die Norm umfasst drei Werte:
- Komforttemperatur ( Tcomf ): Der Wert für eine „Standard-Frau“ (25 Jahre, 60 kg, 1,60 m), die gerade noch nicht friert.
- Grenztemperatur ( Tlim ): Der Wert für einen „Standard-Mann“ (25 Jahre, 70 kg, 1,73 m), der gerade noch nicht friert.
-
Extremtemperatur ( Text ): Der Wert für eine „Standard-Frau“ (25 Jahre, 60 kg, 1,60 m) unter starker Kältebelastung – mit dem Risiko der Unterkühlung.

